Donnerstag, 4. August 2016

Abwasch...

Gestern in meiner Agenda:
13:00h Geschirrwaschmaschinen Techniker.
 
Vor einigen Tagen wollte das erst 3 Jahre alte Ding,
 weder das Wasser aufheizen,
 noch das Geschirr trocknen.
 
Wie immer wenn was ist,
lag ein Wochenende und ein Feiertag dazwischen.
Egal -
Das Abwaschen per Hand empfand ich irgendwie als sehr angenehm.

"Irgendwie hat es was Meditatives."

Wo sind die Zeiten geblieben, 
wo man sich für die Essenspuren Beseitigung noch Zeit nahm?
Heute muss alles immer schnell und noch schneller gehen
und für was?
Um die Zeit mit noch mehr Tätigkeiten vollzustopfen.
Schade eigentlich -
denn glücklicher werden wir alle nicht damit.
Klagen das alles viel zu hektisch sei.
 
Hey Leute!
Wir machen das selbst.
Wir entscheiden in was für einem Tempo das Leben ablaufen soll.
  

"Geschirr waschen.... hat irgendwas Meditatives"

erzählte ich lachend dem jungen Techniker,
 
"dann soll ich wieder gehen?"
fragte er lachend.
"Nein - natürlich will ich,
 dass meine gute Luise ihre Arbeit wieder korrekt ausführt.
Eigentlich wäre das ein Kündigungsgrund,
doch ich werde sie behalten und buche es unter Krankheit ab."
frotzelte ich weiter.
 
Ach!
Früher als meine Mama plötzlich auf die Idee kam,
dass mein Bruder und ich,
 nun nach dem Mittagessen
 und vor dem Gang zur Schule,
 das Geschirr erledigen sollten,
 wäre ich manchmal auch gerne einfach ausgestiegen.
 
Der Einfallsreichtum meines Bruder brachte mich nicht immer nur zum Lachen.
Es war auch oft sehr mühsam und führte oft in einen Zeitlichen Engpass.
"Warte mein Abtrocknungstuch ist schon nass,
ich hole rasch ein neues."
und weg war er.
Kurz darauf hörte ich ihn auf der Toilette singen.
"Ach! ich kann doch nichts dafür wenn ich auf dem Weg zum Schrank mal muss"
entgegnete er wenn ich ihn zur Rede stellte.
 
Manchmal dachten wir uns Geschichten aus.
Zum Beispiel Piraten Abenteuer.
Da wurden Messer und Gabeln ins Wasser geschmissen,
für uns waren es Kanonenkugel Ersatz.
Das der Küchenboden dann auch noch aufgewischt werden musste,
 versteht sich von selbst.
 
Schwimmende Teller mit Tassen beschwert und
Wetten abgeschlossen,
 welcher Teller am längsten auf der Wasser Oberfläche bleiben kann.
 
Oder Musik gemacht,
 in dem verschiedene Gegenstände auf das Prilwasser,
 oder war es Palmoliv? 
geklatscht wurden,
 Gläser wurden mit Wasser gefüllt,
 mit Gabel dran geschlagen dienten sie als Instrumente.
 
Und das tollste!
Schaumwegblasen
wurde von Mama verboten.
Warum?
Versuch das mal voller Inbrunst und vollem Blaseinsatz.
Dann kommst du auf die Lösung
Alles Nass - was Nass sein kann.
 
An den meisten Tagen zischten wir mit einem lauten rufen:
"Tschüss Mama - wir machen Abends fertig - wir müssen"
aus der Haustür auf den Weg in die Schule.
 
Mama guckte dem Treiben oft zu.
Meist gab es nach Schulschluss tiefgehende Gespräche,
"So geht das nicht"
Meinte Mama verärgert
"Wir fanden schon"
denn Abends wenn wir nach Hause kamen war das Geschirr gemacht
und weggeräumt.
Klasse!
Mein Bruder und ich zwinkerten uns zu.
So kann doch das Leben weiterlaufen.
 
Da hatten wir die Rechnung ohne Mutter gemacht.

 

Hab ich da vorher was von...

"Wir entscheiden in was für einem Tempo das Leben ablaufen soll"

gesagt?

 
Da habe ich doch glatt Mama vergessen!
Denn eines Tages,
wir hatten wieder den Abwaschauftrag
und für uns war klar,
 dies wie immer anzugehen.
Zeit mit Spielen im Waschbecken zu vertrödeln
und dann ab durch die Mitte in die Schule.
Mama wird's schon richten.
 
Nein - Nein!
Mama kam in die Küche,
zeigte uns den Hausschlüssel und sagte:
"So ihr Beiden -
nun würde ich aber an eurer Stelle Gas geben,
denn bevor ihr nicht fertig seit geht ihr nicht in die Schule."
uns fiel die Kinnlade runter.
Das ist ja ganz neu!
Die Haustüre war verschlossen.
 
"Ach!" wir waren uns einig "das sagt sie nur"
Wir grinsten uns an!
 
Das verging uns spätestens nach einer halben Stunde.
"Mama!
Maaaaamaaaaa!
MAAAAAAAMMMAAAAAA!
wir müssen gehen - wir kommen zu spät zur Schule.
Gib uns den Schlüssel - Biiiiiiitteeeeeeee!"
 
"seit ihr fertig, rief sie aus dem Wohnzimmer?
 
"Neeeeeeeeiiiiiinn!"
Wie junge Katzen johlten wir in den Flur.
 
"Ihr kennt unsere Abmachung"
rief sie zurück.
 
"Aber Mama!
Wir kommen zu spät zur Schule."
Ich stand etwas verzweifelt vor ihr.
"Na! dann musst du halt sagen,
das du einen Auftrag hattest und DU zu langsam warst."
Es war ungeheuerlich was sie gerade von sich gegeben hatte.
 
"Aber MAMA!
Ich muss!
und er auch!"
ich schob meinen Bruder vor.
Hoffte durch ihn auf einen Bonus.
 
"Das einzige was ihr jetzt müsst,
das wisst ihr -
ab in die Küche!"
mit dem Finger zeigte sie in die Richtung des Raumes.
 
"Na gut"
entgegnete ich trotzig
"dann bleibe ich halt zu Hause
und sage morgen ich sei krank gewesen"
 
"Ne ne - Fräulein!
So geht das nicht.
Ich schreibe in deiner Entschuldigung was Sache ist"
Wie perfid war denn nun plötzlich Mama drauf?
 
Mein Bruder und ich verstanden die Welt nicht mehr.
 
"Ab in die Küche,
ich schreibe unterdessen die Entschuldigung,
weil heute kommt ihr definitiv zu spät."
 
und so kam es auch.
und weil Mama ihre Pappenheimer kannte,
begleitete sie uns...
....Nach Beendigung unseres "Auftrages"
 bis vor das Schulhaus,
dessen Schulhausplatz unterdessen leer war,
da er Unterricht natürlich schon längst begonnen hatte.
 
DAFÜR DAS GESCHIRR ABGEWASCHEN
UND GETROCKNET IM SCHRANK!
Pha!
 
Mit zu gequollenen Augen und verweintem Gesicht,
stand ich meiner strengen Lehrerin Schwester Helene gegenüber
und währendem sie Mamas Schreiben las,
versuchte ich ihr zu erklären.
 
Ach!
es war nicht mein Tag und auch nicht der meines Bruders.
Es wurden uns Strafaufgaben aufgebrummt
und Putzdienst im Schulzimmer.
Als sei Mamas Rache nicht schon genug Strafe gewesen.
 
Und Mama?
Die hat bei uns im Ansehen gepunktet.
Respekt erarbeitet.
Doch das hätten wir nie zugegeben
So haben wir es auch nie Papa erzählt,
der nur am Wochenende aus dem Ausland nach Hause kam
und vielleicht keine Ahnung hatte.
Mit was für Mitteln,
 bei seiner Abwesenheit,
bei uns zu Hause gekämpft wurden.
hahahahaha!
 
Was soll`s
Bald war dieses Thema Schnee von gestern.
Und wir wollten auf keinen Fall daran erinnert werden.
Das mit dem Abwasch klappte ab da unter der Woche super!
Nur Sonntags gab es nun noch Löffelbomben,
Tellerschiffe
und das ganze Pipapo.
Sowie einen singenden Bruder auf dem Klo,
der sich so über Jahre aus der Abtrocknen Affäre zu ziehen versuchte.
Erfolglos!
 
Wer hätte das gedacht,
dass ich eines Tages schreibe
 

"Abwasch von Hand,

 hat irgendwie was Meditatives"

Gööööhl!
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