Sonntag, 14. August 2016

wie in jedem Jahr...

Es war wie immer...
 
Vor etwa einem Monat erhielten wir die Einladung zum alljährlichen Quartierfest...
 
Freue mich immer darüber.
Da es wirklich die einzige Möglichkeit ist,
 alle Nachbarn und Co auf einmal zu sehen.
 
gestern Abend war es dann so weit.
 
Szenerie bei uns zu Hause,
 auch wie jedes Jahr.
 
mmmmhhhh!
"ich glaube ich bleibe zu Hause"
 
mmmmhhhh!
"Dann komm ich halt mit"
 
Warum ich mich so schwer tue,
daran teilzunehmen weiss ich nicht.
Die Gesichter sind alle bekannt.
Lebe mit niemandem im Streit
und das Beste...
 
Bin ich mal dort...
 
Finde ich kaum ein Ende.
 
So auch gestern.
 
Es waren so viele Menschen da wie noch nie zuvor.
Im Laufe des Jahres wurden die Kinder selbstverständlich grösser
und wer jetzt noch zu Hause wohnt,
kam gestern mit Freundin oder Freund.
So hatten sich die Sitzbankgarnituren,
andern Jahren gegenüber irgendwie vermehrt.
 
Jeder brachte einen Salat oder einen Kuchen mit
und so entstand eine wunderbare, bunte und vielfältige Fresstheke.
Alleine die Anzahl der verschiedenen nicht zusammen passenden Schüsseln
Teller und Platten war einen Augenweide.
Interessanterweise passte dann doch alles wieder.
Es war wie die Menschen gestern Abend.
Bunt, individuell und trotzdem stimmig.
 
Der Grill war gut besucht und wie auch in jedem Jahr,
standen alle Männer dort drum herum
und waren in ihre wichtigen Gespräche vertieft.
Motorrad, Autos und guter Whiskey.
Ohne diesen zu trinken,
denn die obligate Bowle war zu haben
und verschiedene Weinflaschen an den Tischen wurden geöffnet.
 
Manch einer der Kerle war vielleicht ein bisschen neidisch,
weil nur einer an dieser Feuerstelle den Ton angab.
So stand ein mancher mit den Händen in den Hosentaschen,
als müsste er sich beherrschen,
 dem Chef Griller nicht die Zange aus der Hand zu reissen.
 
hahahahahaha!
 
Die Frauen hingegen sassen entweder auf ihrem Platz
oder schlenderten umher,
erst um sich etwas intensiver zu begrüssen
und im zweiten Zug Neuigkeiten zu erfahren.
 
Auch bei mir wurde kursiert,
Hände geschüttelt
und Küsschen gegeben.
Nach dem Wohlbefinden gefragt
und viele Komplimente für meinen Garten ausgesprochen.
Es wurde gesagt,
er sei so speziell und kreativ.
Es gäbe immer neues zu entdecken
und er sehe aus wie eine Oase.
Eine Oase an der Hauptstrasse.
 
hihihihihi
 
Ich bin ja selbst der grösste Fan meines Gartens,
wie könnte es auch anders sein.
Doch,
 dass ich damit anscheinend so vielen Menschen
damit eine Freude bereite,
daran habe ich nie gedacht.
 
Eine kleine ältere Dame,
bemängelte das sie es schade fände,
dass wir nun eine Holzwand als Abgrenzung zur Hauptstrasse hätten.
"warum habt ihr diese doofe Holzwand hin gemacht?"
so ihre Worte.
"Ich sehe ja gar nicht mehr rein".
 
So spassten ich mit ihr:
"ich kann ja für dich eine kleine Leiter
oder Treppe hin bauen,
damit du wieder eine Garten Inspektion machen kannst.
Oder wir machen am besten grad einen Hochsitz für dich.
und wenn das Geld nicht reicht,
machen wir einfach ein schönes Guckloch rein,
über dem dein Name steht."
Sie strahlte bei dem Gedanken übers ganze Gesicht.
 
Als es dunkel war und
die hübschen Teelichter auf jedem Tisch ein romantisches Licht machten,
waren wir voll im Plaudermodus.
WIR -  4 Frauen und einige Zuhörer,
 die durch meine Erzählungen,
seit einigen Minuten in Bretagne Urlaubsfeeling schwebten.
"Erzähl weiter und
 am besten schreibst du in nächster Zeit einen Reiseführer"
sagte F.
M. nickte
"au ja - der wäre bestimmt Hammer,
so wie du erzählst..."
oder noch besser meinte F.
"wir fahren doch am Besten alle dorthin,
ich muss das gesehen haben.
Ihr doch auch Mädels - oder?"
 
Mein Mann am Ende des Tisches,
 mit dem Mann von F. schon lange über Motorrad Reisen im Gespräch,
klinkte sich plötzlich ein...
"Das ist eine gute Idee"
seine Augen blitzten im Kerzenlicht
 
"Ne - ne" 
sagte F wie aus der Pistole geschossen
"so ist das nicht gedacht,
nur wir 4 hier,
wir brauchen dringend Urlaub..."
grosses Gelächter der beteiligten Frauen,
das sich etwas "Hexisch" und verschwörerisch anhörte.
Du kennst das bestimmt?
 
Wir redeten uns so richtig schön in Fahrt.
Erlebten in Gedanken die Frauenferien in den Dünen des Atlantik.
Waren im Geiste in der Markthalle des Französischen Küstenstädtchen am einkaufen.
So auch am Kochen in einem Bretonischen Fischer Haus.
"Ohne Männer"
wie F. immer wieder in Richtung Männer stichelte.
 
Als ich erzählte,
dass es dort so tolle Brocantes, Bisquiterien und Töpfereien gibt
und mich sogar mal ein Mann,
 eines Celtic Geschäftes,
 zu seiner Volkstanzgruppe einladen wollte,
erreichte das Gelächter und eine Art freudige Erwartung seinen Höhepunkt.
 
"Und?"
Wollten sie wissen
"Bist du tanzen gegangen?"
 
Von der Seite spürte ich den Blick meines Mannes.
Und bevor er aussprach was er sagen wollte...
wusste ich auch diesmal,
"Schatz! ich muss morgen Arbeiten,
wir sollten so langsam"
 
Es ist wie in jedem Jahr.
 
und weil mein Moto für jedes Jahr gilt:
wir sind zusammen gekommen,
dann gehen wir auch zusammen...
machten wir uns,
während an Tisch 7 die Limoncello Flasche die Runde machte,
 glücklich, müde und zufrieden
auf den Heimweg.
 
 
Wie in jedem Jahr!
 
Schön war`s
 
Freu mich wenn es nächstes Jahr heisst
wie in diesem Jahr
 
Quartierfeier!
 
Irgendwo da unten - wie in jedem Jahr....
 
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