Samstag, 3. September 2016

Anna und das Wunder...

Da erzählte mir jemand eine hübsche
 und erst noch wahre Geschichte.
Diese hat sich in einem kleinen Dorf,
 unweit von meinem Wohnort zugetragen.
 
so möchte ich Dir diese keinesfalls vorenthalten.
 
es gibt mehr zwischen Himmel und Erde als man denkt...
 
Eine betagte Frau -
nennen wir sie Anna -
stürzt eines Tages sehr unglücklich auf der Gartentreppe.
 
Obwohl sie sich keine Brüche zuzog,
war ihr Rücken und das Becken von dem Tag an total schief.
Nicht nur das sie an Schmerzen litt,
kam sie z.B. beim Küchenschrank nicht mehr an die oberen Tablare.
 Ohne Leiter,
 ging gar nichts mehr.
Es fehlten ihr plötzlich,
 egal wie sie sich bemühte,
 einige Zentimeter um sich eine Kaffeetasse greifen zu können.
Die Wäsche auf zuhängen oder die hängenden Blumen zu giessen.
Viele Tätigkeiten im Alltag fielen ihr seither schwer.
 
Anna klagte nicht.
Ihr Naturell und ihr Gottes Glaube liessen das nicht zu.
Sie war steht`s eine unauffällige,
 niemand zur Last fallen wollende Frau.
Nun war sie, die sonst immer für andere da war,
plötzlich auf Hilfe angewiesen.
 
Ihre Bekannten aus der Kirchgemeinde,
wo sie regelmässig jeden Sonntag hin ging,
 rieten ihr,
das doch nochmalig durch einen Facharzt abklären zu lassen.
Da müsse doch was zu machen sein.
 
Doch das war vergebene Liebesmüh,
wie man so sagt.
der Befund niederschmetternd.
"Damit musst du dich abfinden,
in deinem Alter kann das nicht mehr gerichtet werden."
meinte der Arzt.
 
Eines Abends im Bett...
Ihre langen,
weissen Haare hatte sie wie immer zu zwei Zöpfen geflochten,
liess sie in Gedanken den Tag Revue passieren.  
Es war einmal mehr ein anstrengenden Tag gewesen.
Ein Tag,
der durch das Körperliche Defizit so viel Energie raubte,
das sie nicht wusste wie sie die weiteren Tage überstehen sollte.
 
Im Liegen spürte sie ganz deutlich wie krumm sie war.
Lag die linke Schulter auf der Matratze,
lag ebenfalls der rechte Beckenteil darauf.
Doch rechte Schulter und linkes Becken berührten die Unterlage nicht.
Sie sei wie verdreht gewesen.
vertraute sie dem Mann an,
der mir diese Geschichte einige Tage später erzählte.
 
Da sprach sie zu Gott,
so wie sie seit immer,
seit Kind zu ihm sprach:
"liebes Christi -
auch wenn ich nicht verstehe warum ich das haben muss,
es wird wohl einen Grund geben.
Aber Christi -
bist du der Meinung,
 das ich nun so verdreht bis zum Ende durchs Leben gehen muss?
Falls ja -
hast du es entschieden und ich akzeptiere das.
Doch wünschte ich mir,
dass ich wieder in einer geraden Körperhaltung meine Arbeiten verrichten kann.
Das wäre wirklich mein Wunsch."
sprach die Alte Frau ins Dunkel dieser Nacht.
"Da plötzlich"
so erzählte sie
"machte es hörbar knacks, knacks in meinen Knochen
und kurz darauf bin ich in einen Tiefschlaf gefallen.
So gut habe ich schon ewig nicht mehr geschlafen."
 
Am nächsten Tag stieg Anna vorsichtig aus ihrem Bett.
Etwas war anders -
keine Schmerzen,
ein Gefühl von Leichtigkeit
und...
...in der Küche konnte sie in jedes Regal greifen,
 
"es wurde nach meinem Gespräch mit Gott anscheinend alles gerichtet."
hätte sie unter Tränen der Rührung und Dankbarkeit gesagt.
 
und so war es auch.
 
Egal ob Gläubig oder nicht...
oder ob du an die Macht des Universums,
an Schutzengel,
Buddha - Gott glaubst.
Christ, Orthodox, Jüdisch, Moslem oder was auch immer bist...
vielleicht gar nicht glauben kannst?
 
...ist das nicht eine schöne Geschichte?
 
Ich war so dankbar,
dass ich sie in einer Zeit in der es mir nicht wirklich gut ging,
von einem Wildfremden Mann,
der ein Besucher meiner Bettnachbarin im Spital war,
 erfahren durfte.
 
und ist es nicht so,
dass Zwiesprache mit wem auch immer...
 heilend, vielleicht sogar lösend 
und beruhigend wirken kann?
Also ich werde mich bestimmt immer wieder mal an Anna,
 mit den weissen langen Zöpfen 
und ihre Geschichte erinnern.
Auch wenn ich sie nie persönlich kennengelernt habe. 
Vielleicht meinen Gesprächspartner ganz anders benenne.
 
 
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