Mittwoch, 14. September 2016

Jiminy

es gibt Dinge,
 die rühren etwas eindringlicher an meinem Herz.
Vor allem wenn es um Tiere geht.
Dazu gehören auch Insekten.
Unter anderem Jiminy Grille!
 
Benannt nach der Grille aus dem Pinocchio Trickfilm.
 
Aber mal ganz von vorne erzählt.
 
Vor 2 Jahren entdeckt ich im Garten,
 an einer nicht allzu hohen Böschung,
erst ein Loch, dann 2 und dann immer mehr Löcher.
 
Keine Ahnung welches Tier sich hier verausgabt.
begann ich einige Nachbarn zu fragen,
 um was es sich wohl handeln könnte.
Denn Nachbarn wissen fast alles,
auch wenn sie keine Ahnung haben.
gröhl!
 
"uiuiui...
Ganz schlimm"
meinte der erste Befragte.
"bestimmt sind es Wühlmäuse"
 
"Ne - glaub ich nicht,
 die Löcher sind viel zu klein"
entgegnete ich.
 
"Neiiiiiiin!
das sind im schlimmsten Fall Rattenbehausungen"
so die 2. Nachbarin
"da musst du sofort mit Gift dahinter"
 
"Neeeee!
bestimmt nicht
die Löcher sind viel zu klein"
sagte ich auch hier.
 
Bald merkte ich,
das ich so auf kein Ergebnis kam.
Anscheinend projizierte jeder seine eigenen Gärtnerängste in die Antwort.
 
So legte ich mich eines Morgens mit Stuhl und Kamera auf die Lauer.
Mal gucken was da raus oder rein kriecht.
Es dauerte nicht lange und ein schwarz glänzendes Köpfchen guckte raus.
Luft rein?
schien es zu fragen.
Ok!
Dann kann ich mich ja nun sonnen.
 
Meine Kamera klickte und klickte.
von allen Seiten wurden Fotos gemacht.
Verschwanden zu Beginn die halbfingerlangen Gesellen im Bau,
blieben sie mit der Zeit trotz meiner Anwesenheit auf ihren Plätzen.
Diese erinnerten irgendwie an kleine Sonnenbalkone.
 
Eine Bekannte kam vorbei.
Ich sagte guck mal,
ich zeig Dir was...
Unterdessen hatte ich Dank Internet herausgefunden,
dass es sich bei den schwarzen Gesellen um Grillen handelte.
Ein kurzer lauter Schrei unterbrach ihr Handeln,
denn ohne Vorwahrung wollte sie die Neugierige Grille tot treten.
 
"Was schreist du so?
Die machen dir alles kaputt,
fressen alles weg.
Wir haben in unserem Garten alle Löcher mit Gift vollgespritzt ,
seither haben wir Ruhe."
sagte sie stolz.
 
Waaaas?
"Was habt ihr gemacht."
Ich konnte nicht glauben was sie mir da erzählte.
ausser grillen.
die tun sonst gar nichts."
Ich war empört.
 
Es reichte mir schon was in Japan damit gemacht wird.
Gefangenschaft in kleinen Boxen ein Leben lang
und Teilnahme an "Gesangs (grill) Wettbewerben.
Das aber mein Umfeld sich nicht informiert,
wo es heute doch so einfach ist,
 kann ich nicht verstehen.
 
Die erst entdeckte Grille erhielt von mir den Namen Jiminy.
Im Laufe des Sommers zählte ich an die 12 Behausungen,
 vor denen Abends ein ganzes Konzert los ging.
Es gehörte in unseren Garten wie die Blumen.
So sassen wir oft im Dunkeln und lauschten dem Gesang.
Er brachte ein Südländisches Flair in unser Anwesen.
 
Dann im Herbst,
 fuhren auf den Anliegenden Grundstücken grosse Maschinen auf.
Die Wiesen mit Obstbäumen mussten Beton, Kran und Lärm weichen.
 
Bei uns im Garten herrschte Chaos,
denn überall waren nun flüchtende Grillen zu sehen.
Es war für mich kaum auszuhalten.
Ich konnte nichts weiter tun,
als den kleinen Hügel,
 entgegen allem Nachbarschafs Unverständnis,
nicht mehr zu mähen.
Vielleicht würden sich die Grillen,
wie die Vögel auch an den Lärm gewöhnen?
 
Taten sie aber nicht.
Sie blieben verschwunden
und die Nächte stumm.
 
Dann sah ich kürzlich die Werbung für Nachhaltiges Gärtnern.
Dort wird die Geschichte einer Grille erzählt die nicht mehr weiss wo sie hin soll.
Alle würden für Tiere in Afrika spenden,
für Zoos und Tierheim Hilfe bieten.
Doch klein Grille und unzählige Insekten,
welche vor dem Aussterben bedroht sind würden nicht beachtet.
 
Ich sass auf dem Sofa,
mir rann eine Träne über die Wange,
als ich zu meinem Schatz sagte:
"guck -
wie unsere und Jiminy"
schnief!!!
"die sind nicht mehr zurück gekehrt"
schneuz!!!
 
Schatz machte auch ein Betroffenes Gesicht.
 
Unterdessen wich der Lärm,
den Neubezügern der Eigentumswohnungen.
Es kehrte etwas Ruhe ein.
Niemand interessierte der Verbleib der Grillen.
Nein im Gegenteil erzählte mir die Bekannte erneut:
"Wir hatten auch zu Beginn dieser Saison,
wieder solche widerliche Grillenlöcher im Rasen,
aber hatten noch etwas Mittel vom letzten Jahr."
 
Das hier ein nochmaliges eindringliches Gespräch folgte,
 kannst du Dir vielleicht vorstellen.
 
Also wie dem auch sei!
Vor ein paar Nächten trat ich mit dem Hund in den Garten,
unsere Abkürzung zum Pipiplatz ausserhalb,
da vernahm ich ein mir bekanntes Geräusch.
Ich rannte ins Haus und schrie:
"Schaaaaaaatz!
Sie sind wieder da!!!"
nach einem tiefen Seufzer
"Schatz Jiminy und seine Familien sind wieder in unserem Garten"
 
und wir strahlten glücklich alle drei
ja - sogar unser Hund schien zu verstehen,
das was Schönes passiert sein musste.
Da sag ich mal
Glück gehabt!!!
Happy End!!!
 
mein erstes Bild welches ich damals von Jiminy geknipst habe.
 
 
 
 
 
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