Samstag, 29. Oktober 2016

Fairytaile (4)

Sie war hin und her gerissen.
Das Misstrauen,
geschürt aus früheren Erlebnissen,
liess sie zweifeln,
 ob das wirklich der richtig Mann für sie sei.
Obwohl - sie sich in seiner Nähe
 und den gemeinsamen Unternehmungen immer sehr wohl fühlte.
 
Doch die Clique mit der sie sich weiterhin zum Tanzen im Fairytaile traf,
redete auf sie ein,
dass so jemand wie ER nicht passen und.
auch keinen Platz in der Gruppe finden würde.
Schliesslich sei er ein Motorrad Freak
und keiner Ihresgleichen.
 
Dann war da noch die Familie.
Ihr Bruder war immer noch der Auffassung:
"Hast du ihn mal genau angeguckt,
der Kerl treibt Dich ins Unglück.
Glaube mir er ist ein einziger Bluff."
 
Mama und Grossmutter hatten ihr vor einiger Zeit in einem Gespräch gesagt:
"Wenn du mal einen Typen nach Hause bringst ist jeder Willkommen.
Ausser er hat rote Haare.
Da lass die Finger weg.
Die bringen nur Unglück.
Also uns musst du so einen nicht vorstellen."
 
Und das klang auch noch wirklich ernst gemeint.
 
Damals hatte sie über so viel Aberglauben gelacht.
Sie fand es unglaublich.
"Das gibt's doch nicht!"
Sie hatte die Beiden scherzhaft Altmodisch genannt.
"Ich steh eh auf schwarzhaarige, also beruhigt euch"
entgegnete sie den Beiden.
 
Ja ja - der Traumprinz war einst ein Südländertyp,
nun verblasste diese Vorstellung zunehmend
und sie wich dem aktuellen Bild von IHM.
 
Sie fand seine Karottenroten Haare
und die Sommersprossen süss.
Sein Augen,
 die je nach Laune die Farbe wechselten genial.
Seine Art sich zu geben toll.
Hatte sie noch nie jemanden wie ihn kennen gelernt,
der das tat was er ankündigte.
Sich für Dinge einsetzte die er gut fand
ohne wenn und aber.
Er war im Gegensatz zu ihr sehr strukturiert.
Sie wusste bis anhin nicht einmal das es dieses Wort gab.
 Er gab ihr das Gefühl beschützt zu sein
und so sein zu dürfen, wie sie tickte.
War pünktlich,
und hielt was er versprach.
 
Doch....
 
...in der Aktuellen Situation war ihr nicht zum Lachen zu Mute.
Hatte ihr Bruder zu Hause vom "Neuen" erzählt
und die Fragen der Eltern nach dem Kennenlernen stand an.
"Also ich möchte den schon mal sehen,
das wird mir auch einer sein."
meinte ihr Papa abfällig.
 
Strich sie all die Kommentare beiseite
und hörte auf ihr Herz und Bauch,
so musste sie eingestehen sie fühlte sich an seiner Seite richtig gut.
Die Kinobesuche,
die Ausflüge mit dem Motorrad
oder die Abende am Telefon mit guten Gesprächen,
genau da machte sich Glück in ihr breit.
Sie genoss seine Anwesenheit
und wenn sie an ihn dachte,
 waren es zu Beginn 3 Schmetterlinge,
tanzten jetzt, nach kurzer Zeit,
schon 100 in ihrem Bauch.
 
Sie war verliebt!
 
Es war an der Zeit Nägel mit Köpfen zu machen.
Die Clique stellte sie vor ein Ultimatum.
"mich gibt es nur noch mit ihm oder gar nicht"
Da war er wieder,
 der Trotzige aber Bestimmte Ausdruck in ihrem Gesicht.
 
Die Clique hatte sich überlegt,
dass wenn sie sich gegen ihn entscheiden,
dann überlege sie es sich bestimmt noch einmal.
"Was für ein Kindergarten"
wie sie es nannte,
 erfuhr sie von ihrer besten Freundin.
 
"Da liegen die aber völlig falsch.
Das kannst Du ihnen gleich mitteilen,
denn für mich hat es sich ab jetzt erledigt."
gab sie vor.
 
Von da an wurde,
wenn man sich über den Weg lief, 
gegrüsst,
oder auch nicht...
und das war es dann.
 
Ihre beste Freundin blieb ihr noch etwa 1 Jahr erhalten.
Sie musste sich immer wieder Sticheleien anhören,
dass er sie eines Tages bestimmt arg enttäuschen würde.
"so ein Schmarrn!" entgegnete die frisch Verliebte.
"Schau mal, dass du deinen Traumprinzen findest,
kümmere dich mehr um dich."
 
Und damit hatte sich auch das erledigt.
 
und dann war da noch die Familie.
Ohje!
Das 1. Treffen.
An einem obligaten Familien Abend,
immer Montags.
Sie fuhren sie mit dem Motorrad vor
und holte vor dem Eintreten tief Luft.
"also rein in die Höhle des Löwen"
meinte sie beim Griff an die Türklinke.
Er legte ihr Mut machend die Hand auf die Schulter.
"Wird schon werden, sonst gehen wir wieder."
So seine Worte.
 
Ihre Mama begrüsste ihn freundlich,
so auch die um 10 Jahre jüngere Schwester.
Ihr Bruder trat auf, als wären er Bester Freund.
Was sie später auch für einige Jahre waren
und Vater beäugte ihn äusserst Misstrauisch.
Er begann mit seine üblichen und
unkomischen Witzen und Sprüchen.
Wie sie das hasste!
 
Man ass dann zu Abend.
Pellkartoffeln mit Käse und eingelegtem Saurem.
Tranken später einen Kaffee und assen ein Dessert.
Small Talk war angesagt.
Ausser -
Vater...
der löcherte ihn mit Fragen über Herkunft,
Beruf und Pläne.
Bis sie sagte:
"Also ich denke das sind Gespräche,
 die man vor einer Hochzeit führen sollte."
 
Totenstille!
 
"Ok! sagte sie
"es ist schon spät,
 lass uns doch nach Hause fahren"
 
Einige Tage später erzählte ihr Mama am Telefon:
"Ja - also Papa ist nicht gerade so Fan von ihm,
ich finde ihn nett...aber ob das der richtige für dich ist?
Ich weiss nicht.
Denke jemand anders würde besser zu Dir passen.
Weisst du -
ich stelle mir da jemanden für dich vor...
 wie zum Beispiel
mmmmhhhh...
Michael Holm."
 
Sie bekam am andere Ende fast einen Schreikrampf.
Das konnte doch nicht wahr sein.
Da war es wieder,
man wollte sie bearbeiten,
 mit welchem Mann sie ihr Leben verbringen sollte.
 
"das darf nicht sein"
 
Ihr wurden die ganzen Aussagen,
 zu ihrem Freund mittlerweile Schnuppe.
Sollen sich doch die Leute mal umsehen,
da gehen Freundschaften und Ehen in die Brüche
und wenn sich zwei Lieben,
fallen solche Negativ Aussagen.
Sie wollte geniessen und das taten sie auch.
 
Es folgten viele Jahre mit Höhen und Tiefen.
So wie das in guten Beziehungen läuft,
wurde viel geredet,
mal ne Türe geknallt,
versöhnt,
getröstet,
an Problemen gearbeitet.
Lösungen gesucht.
 
Vertrauen geschafft.
 Gewohnheiten oder Muster durchbrochen
Ganz zu Beginn,
 flog mal mit italienischem Temperament, (sie)
 ne Kaffeetasse aus Eifersucht
Wie mühsam alles weg zu putzen,
also lässt man es in Zukunft.
Auch die Eifersucht! 
 
Man hat gemeinsam,
Schwere Zeiten überstanden.
Dumme Sprüche und Unverständnis,
 weil sie sich aus Vernunft Gründen,
 gegen eigene Kinder entschieden hatten.
Es wurde viel gelacht,
zu einander gestanden,
sich Freiheiten gegeben,
Pläne und Ziele verfolgt.
Schicksalsschläge gemeistert.
 
Seine Eigenheiten gelassen.
Eigenheiten abgebaut,
Wünsche des anderen mit erfüllt
und manchmal nochmal ne Türe geknallt,
Und das alles mit gaaaaaaanz viiiiiiiiel Liebe,
 
Hahahahaha
 
Dafür mit Kontakt zur Schwester,
aber ohne Familie.
und 
mit 2-3 echten Freunden.
 
Heute - auf den Tag genau
34 Jahre später,
sind die Beiden immer noch glücklich verheiratet.
Sie kennen sich 37 Jahre
und sind sich einig:
"Wir würden uns immer wieder wählen
und das Ja Wort geben."
 
Ihr da Draussen!
Die Sprüche welche zu Beginn geäussert wurden
und man sich Jahrelang krampfhaft daran festgehalten hat:
"Eines Tages wirst du mit dem Koffer vor unserer Türe stehen"
könnt ihr nun definitiv in die Tonne schmeissen.
 
Denn es gibt es wirklich:
 

den Traummann!

und

die grosse Liebe!

<3 <3 <3
 

Danke Schatz!

Für die wundervolle und spannende Zeit mit Dir.

 Freue mich auf noch viele weitere gemeinsame Jahre.

Ich liebe Dich über alles!

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