Dienstag, 10. Januar 2017

Schnee Erinnerungen...

 
Wo ist die Zeit verschwunden,
in der wir uns schworen nie wie unsere Eltern werden zu wollen.
 
Sowieso nie wie alle Erwachsenen
So "bünzlig" wie man hier in der Schweiz sagt.
Da waren wir uns in der Clique einig.
Vor allem wenn wir gemeinsam Dinge unternahmen.
 
Wie im Winter das Treffen auf der Eiskunstbahn.
Wo man sich die Eistanzschuhe ohne Bedenken auslieh,
manchmal mit Papiertaschentücher stopfte,
damit sie passten.
Sich als Mädchen manchmal Schutzbedürftig,
manchmal forsch gab..
Im Clan neue Schritte auf dem Eis ausprobiert.
Nie mehr,
 hat eine heisse Schokolade so gut geschmeckt,
wie einst in diesen Tagen.
 
Oder wen wir dann zum Nacht Rodeln antraten.
Mensch war das ein Spass.
Alle Schlitten mit den Füssen zusammengehängt,
wie ein riesiger Tatzelwurm den Hügel hinunter gleitend.
Zwischen den Apfelbäumen hindurch.
 
Kein Wunder war das Gegröle der Jungs
und das Geschrei der Mädchen gross,
denn nur der Vorderste,
 hatte mit einem Schuhbändel,
 eine Taschenlampe am Schlittengestell angebunden.
Die andern machten eine Art Nachtflug.
Einmal unten angekommen,
ging es gleich wieder im Eiltempo den Hügel hoch.
Schliesslich wollten wir die verbleibende Zeit nutzen.
Da motzte niemand,
es sei zu steil oder zu weit,
auch nie zu anstrengend.
 
Und dann erinnere ich mich daran,
wie mein Schatz und mein Bruder die geniale Idee hatten,
einen Plastik Bob hinter dem Motorrad herzuziehen.
Auf einem kleinen Nebenweg voller Schnee,
wollten sie diese Stuntman Attraktion ausführen.
Zuerst,
 wurde auf Drängen meiner kleinen Schwester,
 sie hinein gesetzt.
Beim für sie überraschenden Anfahren,
 kippte sie nach hinten aus dem Schlitten.
Verletzte sich nicht und wollte grad weiter machen.
Anstelle eines Helms,
 hatte sie 2 dicke Strickmützen übereinander angezogen.
hahahahaha!
Doch mit ihrem unfreiwilligen "Ab- oder sollte ich sagen Ausstieg",
war ihre beschworene Karriere als Actionwomen vorbei.
Schliesslich wollte man kein Risiko eingehen.
Sagten die Jungs einstimmig.
9 Jährige Girls hätten nun Pause
und wurden zur Zuseherin degradiert.
Dicke Krokodils Tränen rannen.
Egal - nun wollten die Jungs mit Schmackes und Tempo ran.
Taten sie dann auch.
 
Die Tränen meiner Schwester wichen,
einem Schadenfreudigen Lachen.
Zuerst schrie mein Bruder weil das Hinterrad,
ähnlich einem Schaufelrad,
 den Schnee in den Bob und an seinen Körper schmetterte.
Auch seine Visage blieb nicht ohne Schneefladen.
Sie flitzten die Strasse runter
und rauf...
Es sah aus wie in einem Slapstick!
hahahahaha
Dann..
schrie mein Bruder,
weil der Plastik Bob sich,
 an dem nun hervor kommenden Asphalt
durchgescheuert hatte.
Der Hosenboden schien nun an der Reihe zu sein.
Mein Bruder schrie
"Stopp - Stopp - Stopp"
und mein Schatz verstand
"go - go - go!"
Ich stand da
und genoss lachen das Spektakel.
Nicht wissend das sich der Plastikboden verdünnisierte
und ein "Stuntman" sich etwas grössere Ängste,
 um sein Hinterteil machte.
Schlussendlich kamen alle noch mit Hosen an,
doch mit total demolierten Schlitten,
der einem modernen Gebilde ähnelte,
 zum stehen.
 
Beim anschliessenden Trockenreiben im Haus meiner Eltern
und dem heissen Tee,
wurde das Ganze dann immer und immer wieder erzählt,
Fantasien weitergesponnen und viel gelacht.
Gar Pläne für ein nächstes,
noch besseres Mal,
 gemacht.
Nicht ohne das ermahnende Wort meiner Eltern,
wie gefährlich das alles sei.
Ja ja - winkten wir ab
und meine Schwester zwinkerte wie verrückt.
Denn schliesslich wollte sie sich erneut beweisen.
 
Wo sind die Zeiten hin,
als wir so unbeschwert beisammen sein konnten?
Und Nachmittage mit Unsinn verbringen,
der so Spass machte.
Momente in denen uns die Bäuche und die Kehlen vom Lachen schmerzten,
Wir ein Team, Clan oder Clique waren.
in dem wir uns schworen nie so langweilig,
 wie unsere Eltern zu werden.
 
Heute stand ich am Fenster.
Es schneite und schneite...
ohne Unterbruch schon die ganze Nacht.
Eine dicke Decke entstand auf der schon vorhandenen.
Die Erinnerungen kamen in den Sinn
und der Satz:
Wir werden immer Jung bleiben
und Unsinn machen wenn uns danach ist.
Nie werden wir wie die Erwachsenen.
So starr und eintönig.
 
Unendlich viele Jahre sind vergangen.
Spaziergänge im Schnee erfüllen uns heute.
Tee oder Kaffee trinken
 und in den verschneiten Garten gucken,
reichen völlig aus.
Manchmal erzählen wir uns diese Geschichten von früher.
Hätten wir Söhne oder Töchter wie uns gehabt,
Was wären wir für Eltern gewesen?
mmmhhh! lach!
 
Hey! Mein Schatz!
Wir sind nun wie unsere Eltern
und weisst Du was?
Freiwillig!
Es ist gut so und tut nicht weh!
Denn unsere Würze in der Ruhe,
 sind manchmal die Erinnerungen.
An eine verrückte Zeit im Schnee
und das man es nicht mehr haben muss,
weil man es hatte!
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