Montag, 24. April 2017

Tessiner Clown (2. Teil )

Fortsetzung von gestern 23.04.17
 
 
Unser Leben spielte sich so ab,
dass wir nach einem halben Jahr erneut,
 einige Tage im Tessin Urlaub machen konnten.
Dies weil meine Freundin beschlossen hatte:
"Das Haus war nach eurer 1. Abreise so sauber
und ordentlich,
dass ich und mein Mann beschlossen haben...
wenn ihr es wieder benutzen wollt,
so könnt dir das jederzeit und ohne Probleme."
 
"Super!"
strahlte mein Mann als ich es ihm erzählte

Was für ein Angebot!"
erzählte ich weiter
"Denn weisst Du -
früher wurde das Haus an Interessierte vermietet,
doch,
es kam wie leider so oft...
Es wurde zum Angebot zu wenig Sorge getragen
und so wurde dem nicht mehr eingewilligt..
Das heisst für uns!
Die Besitzer und wir sind die Einzigen,
die sich die Benutzung des Hauses teilen.
So toooooll!"
Es gibt Momente im Leben da könnte ich die ganze Welt umarmen.
und genau das war so einer.
"Ich habe mit meiner Freundin einen Preis ausgehandelt,
welchen wir gerne für die Aufenthalte in diesem Bijou bezahlen."
Mein Mann nickte zufrieden und strahlte wie eine Sonnenblume.
 
So marschierten wir also erneut,
 auf der Suche nach leckerem Käse
und Brötchen,
 bei Daniela durch die Ladentür.
"Ciao - Grüzi"
Daniela erkannte uns bei diesen zwei Worten gleich wieder.
Einige Worte wurden gewechselt
Witzchen gemacht und gelacht.
Wie beim 1. Mal.
Es war so liebenswert.
Plötzlich zeigte Daniela auf meinen rechten Arm:
"Was ist das?"
Es erinnerte an die Episode vor einem halben Jahr.
Doch unterdessen trug ich einen Hautfarbenen Kompressionshandschuh.
Ein Teil mit dem ich mich kaum anfreunden konnte.
Und um so weniger mochte ich die Fragen der Menschen.
Doch Daniela ist doch was anderes.
Die versteht...
 
"Warum musst du tragen das?"
Ihr Gesicht hatte sich von Sonnenschein zu Regenwolke verdunkelt.
Ihr Mund wurde schmal und versprach irgendwie Gewitter.
Und ihr Zeigefinger,
der immer noch in meine Richtung zeigte,
glich irgendwie wie einem Giftpfeil,
der Abschussbereit ist.
 
"Du weisst doch...
ich habe ein Lymphödem.
sagte ich etwas unsicher
Mein Arm ist Dick,
voller Wasser ,
wenn ich das nicht trage."
erklärte ich etwas zögerlich.
 
Denn,
 wo war der Krankenhaus Clown Daniela,
der mit dem lachenden Gesicht
und der guten Laune.
Wo ist er hin verschwunden?
Das was hinter dem Tresen stand,
war alles andere als Freundlich.
 
"Wer at das gesagt?
wer at das gemacht?
und wie lange musst du...?
So ihre Frage.
 
"Die Ärzte!"
entgegnete ich höflich
"Sie sagen Lebenslang!"
 
Waaaaaaas?
Lebenslang?
Ihr Tonfall war sehr eindringlich,
wenn nicht sogar unangenehm.
Lebenslang!
Wiederholte sie
und brummelte dann irgendwas auf Italienisch,
während sie auf und ab ging.
 
"Daniela, ich verstehe nicht."
Sagte ich und zog dabei die Schultern hoch.
"ich muss das tragen, sonst...."
 
Ich wurde von ihr jäh unterbrochen.
"Was sie sagen...
Was sie sagen...
mmmmhhhh!
Was sie sagen...
 
Es hörte sich an wie eine CD mit Defekt.
Doch weiss ich heute,
dass sie nach passenden Worten auf Deutsch suchte.
Diese kamen dann auch,
doch so passend trafen sie mich nicht.
 
"Das was Arzt sagt ist seine Wahrheit.
Aber es ist nicht Deine Wahrheit."
Ihr Gesicht war bei diesen Worten wirklich böse
" Du musst nicht glauben,
was andere sagt...
Du musst selber dir sagen was ist..."
 
Irgendwie reichte es mir nun.
Ich wollte nur noch raus.
Schliesslich wollte ich Käse und Brot
und keine Grundsatz Diskussion,
 über meinen Gesundheits- oder Heilungsverlauf.
Daniela merkte wohl,
 dass sie etwas über das Ziel hinausgeschossen war.
Die Stimmung war auf dem Frostpunkt
und nur ein kurzes Ciao,
 wurde nach dem bezahlen ausgetauscht.
 
"Was fällt der eigentlich ein?
Das geht die doch gar nichts an!
was für eine freche ...."
Der Rest des Satzes verschluckte ich.
Wir sassen unterdessen im Auto.
"Was ist denn in die gefahren?
Holte ich erneut Luft
"soll sie doch lieber beim Brötchen verkaufen bleiben,
als ihre Kundschaft mit ihrer Meinung zu belästigen.
Was meinst Du dazu?"
 
Ohje - dünnes Eis für meinen Mann.
Für jeden Mann.
hahahaha!
doch er meisterte es mit Jahrelanger Erfahrung:
"ich war ganz hinten im Laden
und ich habe nicht ganz alles mitbekommen.
Ausserdem weisst du ja das ich nicht so gut höre."
 
"Das ist die Meinung der Ärzte
und nicht deine - mein Schatz!
Ich rede von Deinem Gehör..."
hahaaaaa!
 
Spätestens jetzt merkte ich,
wie tief mich diese Äusserungen getroffen hatten.
Ich mich nicht in etwas reinsteigern durfte.
Im Gegenteil,
meine Erfahrung hat mich gelernt,
dass wenn dem so ist,
ich mir das Ganze noch mal genau überdenken muss.
Denn dann hat irgendwas ins Schwarze geschossen
und das Ziel auch nicht verpasst.
Wie war das genau?
Mit dem...
es ist nicht deine Wahrheit?
 
Fortsetzung folgt...!
Kommentar veröffentlichen