Freitag, 19. Mai 2017

Blauregen....

Vor einigen Tagen als ich Fotos von meinem neu adoptierten Blauregen machte,
hätte ich gerne die Blüten gezupft,
und an diesen gesaugt.
 
Blauregen - Wisteria oder Glyzinie
 
 "Weisst Du - wie eine Biene!"
hörte ich im geistigen Ohr Otto sagen.
(Otto? wer das ist?
 Das kannst Du im Blogeintrag vom 9. November 2016 lesen)

"Jaaaaa!
Wir sind riesen Bienen..."
rief mein Bruder und deutete damals (etwa 7 Jahre alt)
mit den Armen Flugbewegungen an,
als wären das seine Flügel.
"Wir beherrschen die Welt als Riesen Monsterbienen."

Mein Bruder hatte schon von ganz Klein an,
 eine Vorliebe für Sciencefiction ähnliches.
Dies,
obwohl wir bis dato noch nie einen Film
 oder Bücher darüber gelesen oder gesehen hatten.
Sag ja immer:
"In manchen steckt es halt einfach drin!"
*hahahaha*
"und manchmal lässt es sie auch nicht mehr los."
Er war damals mit seinen Geschichten mein King off Fantasie.
*hihihihihi*

Nur...
...wenn er sich dann in etwas reinsteigerte,
 musste ich mich manchmal ganz schön zur Wehr setzen.
So auch immer wieder,
 wenn wir an dieser hohen Mauer mit den rankenden Blauregen vorbei mussten
und wir von dem süssen Nektar genascht hatten.

Unser Schulweg führte uns an diesem alten
und ellenlangen Gewächs vorbei.
Zum guten Glück zupften wir nicht jedes mal davon.
Manchmal gab es für uns anderes das Wichtig war.
Zum Beispiel eine Schnecke retten
oder Schritte zählen im hüpfen.
Was man halt so als Kind macht.
*kicher!*

Doch wenn die Monsterbiene Namens Bruderherz an den Start ging
und mit seinem Lineal in der Hand
auf alles und jedes ein stach....
*mmmmhhhh*
"Hilfeeeeeee.......!"
Schrien Otto und ich,
stoben davon,
verfolgt von der Monsterbiene mit den kurzen Beinen.
"hahahahaha!"

Es sah schon irgendwie lustig aus.
Der Kleine Junge mit den Strohblonden Haaren
und den dunkelbraunen Knopfaugen,
der irgendwie unter Strom zu stehen schien.

Doch wir wussten genau,
dass wenn er / sie uns erwischen würde,
das nicht ohne Schmerz und blaue Flecken ausging.
Das Nektar saugen machte das Ganze noch heftiger.
Obwohl uns manchmal etwas Schwindelig wurde,
oder ich starke Kopfschmerzen bekam.

Hauptsächlich fingen wir danach an zu lachen
und konnten uns kaum mehr einkriegen.
So auch am Mittagstisch zu Hause.
Da ging es echt hoch her.
Arme Mama!
Sie wusste sich oft kaum mehr zu helfen.
sagte:
"zum Glück habe ich nur 2 von Euch"
und setzte sich an den Tisch mit einem Teppichklopfer bewaffnet.
So sass sie steif,
wie ein General mit steinernen Miene da.
Doch anstatt,
dass uns diese stille Drohung einschüchterte,
Steigert es unsere Lachanfälle bis fast hin zum Erbrechen.
Nicht selten prustete mein Bruder die Suppe über den Tisch.
oder wir kugelten und manchmal sogar auf dem Boden.

Wir als Kinder,
 wären nie auf die Idee gekommen,
das es an den wunderschönen Blüten liegen könnte.
Jene die von Otto so angepriesen.
Ja, Ja Otto...
unser Gleichaltriger Dealer.
Auch der wusste nicht was er uns da so unter jubelte.

Er / Wir brachten unsere arme Mama recht in die Bredouille.
 Schlagen wollte sie nicht.
Alle Worte nützte nichts
und so konnte sie manchmal nicht anders,
 als sich hinreissen zu lassen
und einfach mit zu lachen.

Irgendwann -
ich weiss nicht mehr wann
und warum,
kam zu Hause das Gespräch auf unsere Monsterbienen Aktion.
Auf das Nektar naschen
und die wunderschönen leckeren blauen Blüten.

Mama wurde ganz blass
und rang uns das Versprechen ab,
dass wir nie mehr wieder von den blauen Blüten naschen dürfen.
"Die sind wirklich nur für echte Bienen"
sagte sie
"Nicht für Menschen
und schon gar nicht für Kinder."
Meinte sie noch Eindringlicher.

Ok!
Spass vorbei!
Trotzdem wir hielten uns daran!

 
eine Pflanze bekannt unter vielen Namen,
doch mit einem giftigen Fingerabdruck.
 
Viele Jahre später,
ich war schon mit Schatz verheiratet,
machte ich mich über den Blauregen kundig.
Ich wollte unbedingt einen auf dem Balkon.
 
Mein Gott!
Was ich da las...
liess mir kurz einen Schauer über den Rücken huschen.
Was für ein Glück wir damals hatten.
Denn es hätte,
 ohne mit der Wimper zu zucken,
 zu einem Monsterbienen sterben führen können.
Blauregen ist hoch Giftig!
Besitzt Halluzinogene
 
 Was für ein Glück!
Wenn eine Mama mit ihren Kindern spricht
und damit Dinge ans Tageslicht kommen,
welche ganz anders hätte ausgehen können.
Wir dabei tatsächlich hätten Flügelchen fassen können.
Aber keine Monsterbienen Flügel in der Fantasie,
Sondern solche die uns ins Jenseits befördert hätten.
 
Nun in der Gegenwart angekommen...
 
Sobald das Wetter besser ist,
werde ich den neuerstandenen Blauregen,
 welcher jetzt noch im Plastiktopf der Gärtnerei blüht,
in den Garten pflanzen.
Eine Pflanze mit Geschichte,
einer für mich glücklich ausgegangenen Geschichte.
 

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