Sonntag, 28. Mai 2017

Spontanität...3

Fortsetzung vom 25.05.17


Spontan stiegen wir in die Furka-Oberalp Bahn.
Schliesslich blieben wir unserem Motto treu:
"den nächsten nehmen wir, egal wohin der uns führt."

Ok!
Um nach Italien zu reisen wäre die Zeit etwas knapp geworden.
Doch innerhalb der Schweiz war so gut wie alles Möglich.
So sassen wir in einem Altmodischen
und sehr schlichten Abteil dieser etwas kleineren Bahn.
Ich freute mich echt,
denn nun sollte uns genau diese durch das Goms führen.
Vorbei an meinem Heimatort Münster.
Das diese Gegend ein Wanderparadies ist,
sahen wir an unseren Mitfahrgästen.
Die meisten mit karierten Hemden und Blusen,
Wanderhosen und Schuhe mit dem dazu gehörenden Rucksack.
Schatz passte mit seinem Outfit total ins Bild.
hahahaha!
Er fühlte sich auch sichtlich wohl
und verbarg cool seine Augen hinter der Sonnenbrille.

"Wie lange dauert denn diese Fahrt?"
wollte ich wissen
"keine Ahnung!"
meinte Schatz mit einem Lächeln
"wird wohl nicht allzu lange sein.
Ich weiss nur,
das in Göschenen unsere Reise mit dieser Bahn zu Ende ist."

Es ruckelte und die Fahrt ging los.
"Tschüss Brig - Tschüss Verwandtschaft!"
winkte ich aus dem Fenster.
"na dieses Thema können wir echt abhaken."
sagte Schatz
"Mag gar nicht mehr darüber nachdenken
und  freue mich nun auf eine schöne Fahrt"

Das war sie auch!
An den einzelnen Stationen gingen und kamen die Wanderfreunde.
Die Landschaft die sich durch das Fenster bot,
glich der Modelleisenbahn meines Grossvaters.
Bei der die Türe des einstigen Kinderzimmers ausgehängt werden musste,
weil sie sonst nicht mehr zu öffnen oder schliessen war.
Um das Ganze genau sehen zu können,
musste man sich bücken,
 mit Trippelschritten unter einem Brett mit Kunstrasen durch,
um dann auf der anderen Seite wieder hervor zu kommen.
Dann stand man Mitten in einer Idyllischen Eisenbahnlandschaft.
Mit vollfunktionsfähigen Strassenlaternen,
Hausinnenbeleuchtungen, einem Wasserfall
und Bäumen, Sträucher, kleine Menschen
und natürlich einer rote und einer blauen Bahn,
welche über Brücken und durch Tunnels fuhren.

Opa erfreute sich wie ein kleines Kind an seinem Werk.
Wir uns auch und waren mächtig stolz auf ihn,
weil er alles selbst gestaltet hatte.
Nur durften wir sie nie bedienen:
"Nur gucken - ohne anfassen."
war die Devise
"Bahnführer ist nur einer in diesem Zimmer"
sagte er mit gross aufgerissenen Augen,
um seinen Worten mehr Gewicht geben zu können.

Oma schimpfte ständig darüber,
als sei es eine Geliebte:
"ständig hockst du in diesem Zimmer bei ihr."
*hahahahaha"
"Keine Zeit mehr für anderes.
wenn ich das gewusst hätte,
was daraus wird."
keifte sie etwas verbittert.

Bevor ich wieder zu unserer Bahnfahrt komme,
sei gesagt....
eines Tages als wir zu Besuch kamen,
war das Zimmer wieder mit Möbeln ausgestattet.
Oma hatte mit den Worten:
"wir brauchten ein Gästestudio"
gewonnen.
Opa blieben nur seine Geschichten über sein Bahnzimmer.
Sein wehmütige Gesicht liess mich schwören,
dass wenn ich mal einen Mann habe,
er als Hobby tun kann was er möchte.
Ach ne!
sagte ich mir:
"ich komme ja gar nie in diese Lage,
weil ich eh nie heirate"
hahahahaha

Unsere Reise zog sich und zog sich.
So schön wie sie auch Landschaftlich war,
ich konnte es gar nicht mehr geniessen.
"Wie lange dauert die denn noch?"
sagte ich etwas unleidig.
Schatz zog einen Prospekt aus einer Halterung an der Wand.
"mmmmhhhh - ich weiss nicht,
aber wenn wir nun hier sind und brauchten schon ewig,
dann ist es bis zum Ziel noch ewiger."
Sagte er.
"was!?
So lang noch?
Ich habe sooooooo Hunger!"

Die Hoffnung das hier ein Getränke / Esswägelchen durchgeschoben wird,
konnten wir nach dem Lesen des Prospekts definitiv vergessen.
"ich hab auch Hunger,
komm lass uns die Wurst und das Brot essen das wir im Gepäck haben."
sagte Schatz verlockend
"NEIN!
Das kommt nicht in Frage,
das ist für unsere Katzen Nanny gedacht.
Ich brauche doch ein Mitbringsel"
Schatz stimmte ein.

Was soll ich sagen?
Heute sind wir uns einig...
Heute würden wir die Mitbringsel ohne mit der Wimper zu zucken weg putzen.
Weg mit den Würsten ohne mit der Wimper zu zucken.
Keinen Hunger mehr.

Doch damals verliess uns in diesem Punkt die Spontanität.
Wir Huuuuuungerten und wiiiiiiiiieeeee!
Das werde ich echt nie mehr vergessen.
Dazu kam der Durst.
Der Zug verfügte über keine Klima Anlage
und es war wirklich sehr warm.
Wir wussten nicht was schlimmer war?
In unserem Elend machten wir Witze über das Verhungern im Eisenbahnwagon.
Versuchten uns mit Geschichten und
"ich sehe was das ist Rot"
Spielchen abzulenken.
Um dann irgendwann...
Nach dem Satz von Schatz:
"Schneckchen - Du wirst zickig -
am Besten sind wir nun Still bis wir am Ziel sind"
Die Klappe zu halten.
Pssst!
Unter uns...
Er war auch nicht mehr so in seiner Zen Mitte.
*hahahaha*

In Göschenen belästigten wir ganz spontan und ohne scheu,
Menschen in verschiedenen Sprachen,
 um unsere Geldscheine in Münzen zu wechseln.
Stürmten dann den auf dem Perron stehenden Getränke und Krimskrams Automaten,
um unsere Bedürfnisse mit Snickers, Mars und Bounty - Cola, Wasser und Süssmost zu stillen.
Wie gesund!
*hahahahaha*

"Verhungern ist kein schönes Gefühl"
sagte ich zu Schatz mit Schokolade zwischen den Zähnen.
"Aber Hauptsache unsere Würstchen und das Brot sind sicher"
neckte mich Schatz
"hätte eh nur noch mehr Durst gemacht"
lachte ich Klugscheisserisch
um dann zu rufen:
"Schatz - er komm - der Zug nach Luzern"
Dann fuhr dieser mit Getöse im Bahnhof ein.

Was unsere weitere Station so mit sich bringt,
erfährst du schon Bald.
Wenn es heisst:
geniesse das Leben auch mal Spontan.

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