Freitag, 14. Juli 2017

Begleitung...

Ich weiss nicht wann es begonnen
und wann es geendet?
Ich weiss auch nicht woher es gekommen
und wohin gegangen?
 
Vielleicht kennst DU es auch
und stellst DIR die selbe Frage.
Oder es geht DIR wie mir
und DU hast bis gestern,
respektive jetzt gar nicht mehr daran gedacht.
 
Es ist schon so unendlich lange her.
Doch trotzdem,
seit ich gestern die Vergangenheit angedacht habe,
ist die Erinnerung daran hier,
als sei es erst gestern gewesen.
 
Diese Erinnerung an ein Gefühl von Freiheit,
Glück und Zufriedenheit.
Egal ob zu Hause die Hölle herrschte.
die Schule mir das Gefühl geben wollte,
dass ich ohne Rechnen zu können...
 im ganzen Leben verloren sei.
Oder ob ich durch unzählige Umzüge
oder sonstiges Abschieben zu Verwandte oder zu Fremden,
alleine dastand...
Wenn ich es tat,
war alles leichter,
luftiger,
unbeschwerter
und erträglicher.
 
Von was ich spreche?
 
Na!
Vom hüpfen...
Ich hüpfte von morgens bis Abends,
von einem Bein aufs andere.
Über Stock und Stein,
Treppe rauf und runter,
über den Fussgängerstreifen,
wie auch im Einkaufsladen.
Am Liebsten allein,
da musste ich auf keinen Fremdtakt achten.
Ich war die Hüpferin vor dem Herrn.
 
Auch wenn die Nonnen in der Schule drohend geäussert haben:
"Du kommst in die Hölle wenn du dich weiterhin so fortbewegst,
denn das gefällt nur dem Teufel,
aber nicht dem lieben Gott."
 
Lieber Gott!
Ich glaubte zu wissen,
dass du mir dieses Hüpf Gen geschenkt hast.
Weil der Teufel so was tolles gar nicht zu Stande brächte.
Daran hielt ich fest.
 
Und auch wenn mich Papa manchmal am Arm packte
und sagte:
"Nun benimm dich und gehe anständig,
wir haben Sonntag"
so konnte ich mich kaum im Zaun halten
und es war für mich nicht nachvollziehbar was daran schlecht sein soll.
 
Ach wie ich es liebte,
wenn mein Röcklein im Takt schwang
und wie ich es liebte
als mir jemand beibrachte wie man mit einem Seil hüpft.
 
Die Steigerung dazu...
Die etwas grössere Formation,
bei der 2 das schwerere Seil schwangen
und ich wie ein Gummiball in der Mitte auf und ab,
voll konzentriert darauf achtete nicht den Schwung des Seiles zu unterbrechen.
Natürlich in dem ich Zeitsicher hüpfte.
 
Oder kennst du Gummitwist?
Gesehen und mit gemacht auf dem Pausenplatz,
 wollte ich auch es auch nicht mehr missen.
Als ich mir meinen ersten,
aus den alten Gummibändern von 3 ausrangierten Unterhosen knüpfte,
war der Hüpfkreis wohl viel zu klein,
doch der Startschuss für Mama gegeben,
mir einen neuen in dunkelblau zu kaufen.
 
Kann Dir sagen...
Ich beherrschte dies so gut.
War zum Twist ein Persönchen zu wenig anwesend,
so wusste ich sämtliche Anbinde Möglichkeiten rund ums Schulhaus.
So brauchte es nur 2 Teilnehmer.
 
Irgendwann - ich erinnere mich nicht daran,
war dieses Bedürfnis verschwunden.
Vielleicht haben es mir die Erwachsenen auch weggeredet?
Wie so vieles...
"Das tut man nicht,
schliesslich wirst du nun langsam gross."
 
Bis Vorgestern,
da machten wir morgens gemeinsam einen Hundespaziergang.
Mein Mann erzählte mir was
und ich ging auf der Steinkante des Gehweges.
(Psssst - die verbliebene 2. Disziplin von früher - hihihihi)
Und plötzlich - ich weiss nicht warum und wieso,
klopfte das Hüpfen auf meine Schulter
und sagte freundlich säuselnd:
"NA! Kleine ...
Weisst DU noch als wir zwei durchs Leben gingen."
Jaaaaaaaaaaa!
Das leichte Gefühl war sofort wieder da
und ich erzählte es meinem Schatz.
Mehr noch,
 führte ich es ihm in 2-3 Schritten vor wie ich einst hüpfte.
Mit schnellem Blick von links nach rechts,
 ob es hoffentlich auch niemand gesehen hat.
 
Wenn Du nun sagst ich bin Männlich geboren
und nicht zum Hüpfer...
hahahaha
Dann glaube ich Dir das gerne,
denn schon als kleines Mädchen habe ich durchschaut,
 was den Mädchen die luftige Schrittfolge,
ist den Jungen das unsichtbare Schwert.
Eines das schwungvoll geführt,
mit Kapriolen und viel Elan herumgefuchtelt werden kann.
Wie kein anderer Pirat im Universum.
hahahaha!
 
Egal!
Holen wir uns doch unsere Dinge aus der Kinderzeit,
 aus der Truhe der Erinnerung,
diese die uns trugen und so gut taten.
Auch wenn dies heute nur in Gedanken passieren kann,
weil links und rechts wer sein könnte.
Na du weisst schon...
Jemand der vielleicht die selben Bedürfnisse hätte,
wenn nicht links oder rechts es jemand sehen könnte...
hahahaha!
 
Gedanken und Fantasien der Kindheit können gut tun.
Und wenn du dich allein wähnst,
wer weiss?
Vielleicht hüpfst du dann ne kurze Strecke,
im Garten, in einer dunklen Gasse oder im Wald?
Oder zückst dein nur für dich sichtbares Schwert.
Besiegst in der Fantasie die Sorgen und Ängste mit dem Schwert.
Oder fühlst dich als Held der Strasse.
Wie früher.
 
Hauptsache das was du tust schadet niemandem
und macht DICH Glücklich.
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