Freitag, 21. Juli 2017

Schulreise...

Beim Frühstück sehe ich beim Blick durch das Fenster,
 an einen gegenüberliegenden Hügel.
Heute morgen stapfte genau dort,
 der Bauer wacker über das Weideland.
In der linken Hand hielt er irgendwas,
dass ich nicht richtig definieren konnte.
Jedoch das Interesse der ca. 14 Rinder weckte.
Sie trotteten nämlich in einer Kolonne hinterher.
Meist 2 und 2....
Dieses Bild erinnerte mich irgendwie an einen Klassenausflug,
an denen wir von A nach B mit der Bahn fuhren,
dann von B nach C nach D wanderten
um dann wieder in B den Zug nach A zu besteigen.
Zurück kamen ich meist mit Kleidern die nach Rauch stanken
und Grasflecken welche das Hosen Hintern und die Knien zierten.
Ausserdem einem Rucksack,
 in dem praktisch immer,
 eine braune zerdrückte Banane klebte.
Brötchen Resten,
Papier und irgendwelchen Steine, Schneckenhäuser
oder verdorrten Blumen als sogenannte Souvenirs.
Eine gequetschte Tube Sonnencreme
und mein Käppi durften auch nicht fehlen.
 
Fragte man mich wo ich gewesen sei,
antwortete ich meist nicht vollständig.
Denn für mich war nicht das Reiseziel das was zähle,
es war ganz was anderes.
Etwas das meine Unlust vor Gruppen Dingen sinken liess.
(mag ich noch heute nicht)
Du kennst doch diese Kinder Fahrten und Ausflüge auch?
Es ist dir auch bekannt,
 wie lange sich so eine Gruppe bei einer Wanderung ziehen kann?
 
Da gibt es in der vordersten Front,
jene die sich immer und überall um den Lehrer oder die Lehrerin tummeln.
Die, bei denen es immer wirkt als wollten sie um jeden Preis gefallen.
 
Dann das Mittelfeld,
 die wie Schafe den Vorderen schwatzend und johlend folgen.
Irgendwie wie ein Bindeglied wirken,
weil sie alles mitbekommen was vor ihnen läuft,
ohne ganz dazu zu gehören.
Manchmal auch springen von Mitte nach Vorne
um nichts zu verpassen.
 
Dann kommt das vermeintliche Ende...
Nicht weniger aktiv in Lautstärke und Gehabe.
Doch du irrst wenn du denkst das dieses Ende der Schluss sei.
hahahaha
Denn wartet man einige Minuten erscheint meistens noch ein Grüppchen.
Wir nannten uns die Allerletzten.
Das waren wir auch.
Wir brauchten keinen Kompass oder Wegbegleiter,
wir folgten dem Lärm der sich manchmal etwas entfernte,
dann rannten wir ein paar Meter
um irgendwann in unseren gemeinsamen Schritt zu wechseln.
 
Dieser kleine Trupp von Kindern bestand immer aus den selben.
Es waren die gleichen die auch im Unterricht immer zwischen den Stühlen
und manchmal beim Schulstoff mit sich ducken
 oder desinteressiertem zum Fenster rausgucken entwischten.
Sagen wir mal die eher unattraktiven, gemobbten oder langweilig wirkenden.
Die welche immer dabei sind
doch irgendwie doch nicht.
Jene nach denen kein Hahn kräht.
 
Es interessierte keinen Menschen ob wir kamen oder nicht.
Ausser ganz am Anfang wenn durchgezählt wurde
und so auch am Ende einer jeden Schulreise. 
Ich erinnere mich an genau eine solche Reise,
auf einem Berg in der Innerschweiz,
als wir eine Klassengrösse von 42 Köpfen zählten.
Das sind 84 Füsse plus die 8 Füsse der Betreuungspersonen.
92 Wander- oder andere Schuhe.
(Man sagte mir immer nach ich würde nie im Leben das Rechnen lernen
...hahahaha
für Füsse reicht es und Shopping)
Da kann man keinem Lehrer den Vorwurf machen,
wenn er einige Schäfchen nicht im Blick oder Griff hat.
Heute wäre so was verboten.
Oder die Ausbilder hätte einen Tross an Bodygards zur Hand.
hahahaha
 
Zu Hinderst und die Allerletzten zu sein fanden wir toll.
Es fehlte uns an nichts.
Wir waren zufrieden und glücklich,
 mit dem zum Teil selbstgewählten Umstand.
 
Wir schrien auch nicht so rum,
wie der Kopf und das Mittelteil der Klassenschlange.
Wir hatten das nicht nötig.
Wollten auf keinen Fall auffallen
und unseren Status wahren.
Denn zu hinderst und als Allerletzter war es einfach toll.
 
Dort passierten nämlich Dinge die den anderen auch gefallen hätten,
doch die sie durch ihr Strebertum niemals mitbekamen.
Darin waren wir uns einig.
Es begann alles damit das ich irgendwann begonnen hatte...
ich erinnere mich noch genau daran,
es war in einem gaaaaaanz dunklen Wald,
Geschichten zu erzählen.
Es waren ausgedachte Erzählungen,
 die manchmal ein Fünkchen Wahrheit mit sich trugen.
Interessant (fällt mir grad jetzt auf)
Die Grusel- und Geistergeschichten lösten sich im Teenageralter ab
und es folgten Liebes- und Drama Erzählungen.
Damit waren wir dann auch nicht Jugendfrei,
sondern Jungenfrei...
hahahahaha
Zumindest hatte ich die Gabe,
diese spannend und interessant zu präsentieren,
dass wir uns,
ich als Erzählerin
und die andern als Zuhörer und Fragende,
uns auf jede Klassenfahrt freuten.
Genau...
Das Spezielle,
Man konnte mich als die Geschichten Ausdenkende,
Dinge zur aktuellen Geschichte fragen.
Damit spann ich dann diese Erzählung weiter und weiter...
und weiter und weiter....
Irgendwann bemerkten wir,
dass unsere Gruppe sich mit jedem Ausflug vergrösserte.
Bei jeder neu eingeführten Monatswanderung
 und der grossen Schulreise 1x pro Jahr,
waren 1- 2 neue Interessierte dabei.
Das passte uns nicht immer
und so wurden auch wir manchmal zu knallharten Ausgrenzenden.
Genau das,
 was wir sonst in der Schule von anderen zu spüren bekamen,
praktizierten wir hin und wieder ebenfalls.
Es sei uns verziehen.
Es menschelt halt überall und manchmal oder oft auch bei Kindern.
 
Heute morgen beim Blick aus dem Fenster...
trotteten ganz zu hinderst 3 Rinder.
Es sah so aus als würde eines eine Geschichte erzählen
und die anderen 2 seien Zuhörer.
12 Hufe die sich anderes verhielten als die anderen 44 Klauen.
hahahaha
Sie waren langsamer als die anderen vor ihnen.
Hören trotzdem in welche Richtung es gehen soll,
weil die anderen vor ihnen,
beim gehen muhten und ihre Glocken wild bimmelten.
zum Teil auch Bocksprünge machten.
Doch trotzdem kamen die Allerletzten ans Ziel,
viel entspannter und ohne grosses Trara.
hahahahaha
Das kam mir doch irgendwie bekannt vor.
 
Es war einmal...
und wenn sie nicht gestorben sind...
hihihihihi
Kommentar veröffentlichen