Dienstag, 1. August 2017

1. August

Heute - an unserem Nationalfeiertag,
dem 1. August,
erinnere ich mich an folgende Geschichte.
 
Nachdem wir einige Jahren ohne Garten,
doch mit einem überladenen Balkon,
mit Blumen und Gemüse in Pflanzkübeln lebten,
sollte sich unser Leben,
 Dank eines Inserates in einer Tageszeitung diesbezüglich verändern.
 
Dort stand nämlich zu lesen:
"Schrebergarten Parzelle zu vergeben."
 Ich weiss heute nicht mehr,
 wer von uns über diese Zeilen gestolpert ist.
Ich weiss nur noch,
dass ich sofort Feuer und Flamme gewesen bin.
"Juhuuuu! Schatz! das ist ja gleich vorne bei uns,
da müsste ich nur 5 Minuten gehen
und dann wäre ich in unserem kleinen Reich."
sagte ich strahlend.
 
"mmmmhhh!
Mal abwarten und erst gucken gehen ob das überhaupt in Frage kommt
und ... was noch wichtiger ist,
ob wir bei der Schrebergartenleitung in Frage kommen."
 
Weiter erinnere ich mich,
dass die Ablösesumme für unser Budget recht hoch
und die Statuten der Haltung dieses Fleckchen Erde recht streng schienen.
 
und dann sehe ich mich...
Bei meinen Nachbarn am Tisch sitzend,
nach passenden Worten suchend,
 um ihnen folgendes zu erklären:
"aaaaaalsoooo...
es ist soooo...
Wir hätten die Möglichkeit eine Gartenparzelle zu kaufen.
Doch die Ablösesumme ist recht hoch
und unsere Zeit,
wie auch Eure auf Grund der Jobs begrenzt,
 um diese immer auf Vordermann zu halten.
Trotz allem würde es uns...
und vielleicht auch euch gefallen,
 frisches Gemüse und Obst aus eigenem Anbau essen zu können.
Und da dachten wir,
Wenn wir uns zusammen schliessen
und halbe halbe machen,
dann könnte doch was tolles entstehen."
 
Irgendwie flutschte alles,
V. und B. unsere Nachbarn und Freunde waren ebenso Feuer und Flamme,
und schon Bald brannte ein solches im Grill
in unserem eigenen Gartenabteil.
 
Nebst Blumen, Kräutern, Gemüse und Obst
wuchs auch unsere Freundschaft noch stärker zusammen.
Wir entwarfen einen einfachen Giessplan 
und besprachen wenn was angeschafft werden wollte.
Bald zeichnete sich ab,
dass V. und B. sich nicht so oft Zeit nahmen oder hatten
und wir,
Schatz und ich mit jungem Hund (Harun) oft alleine dieses Fleckchen nutzten.
Ich verbrachte Stunden mit Unkraut jäten,
weil die Garten Obrigkeit des Vereins keine grösseren Auswüchse duldeten.
Doch hatte ich dort auch genügend Zeit,
In unserem schnuckeligen Gartenchalet künstlerisch tätig zu sein.
Unter anderem malte ich eine Fahne,
auf der eine...
auf einem Besen reitende Hexe zu sehen war.
Montiert, wurde diese immer hochgezogen wenn ich im Garten war.
Das Zeichen für Schatz wenn er auf der naheliegenden Hauptstrasse nach Hause fuhr,
dass es Abendessen im Garten gab.
 
Merke nun grade beim schreiben,
wie besonders diese Zeit war.
Irgendwann stand ein Nationalfeiertag an,
an dem wir beschlossen,
diesen mit Freunden im Garten zu feiern.
V. & B. waren nicht zugegen,
wollten den in der Innerschweiz mit Verwandten feiern.
Schade!
Doch da waren noch die Freunde Mo und Franz mit Töchterchen,
mein Bruder mit Frau und Kind
und der Patensohn meines Mannes.
Das würde doch auch passen.
So dachten wir zumindest.
Am besagten wunderschön blau strahlenden Tag,
begrüssten wir unsere Gäste.
 
Ja - ich muss sagen,
das Wetter war schön und warm,
doch das Klima zwischen den beiden geladenen Paaren,
 jedoch von der ersten Minute an recht kühl bis frostig.
"Gut!"
flüsterte ich im Gartenhaus über die Salatschüsseln
"die kennen sich halt nicht,
aber vielleicht wird's trotzdem noch was."
Schatzi zog die Augenbrauen hoch und verschwand nach draussen.
Dort machte mein Bruder sein typisches "Mag ich nicht" Gesicht.
Ich wusste genau,
hätte ich ihn gefragt,
hätte er mir gesagt:
"Also die Beiden mag ich denn gar nicht,
ich bleibe nicht lange."
 
Hätte man die 3 Kinder gefragt:
"Kein Problem - wir verstehen uns,
was für eine Frage - lass uns spielen."
 
So war es dann auch...
während dem leckeren Essen,
versuchten wir krampfhaft die Konversation am Laufen zu halten.
Es war irgendwie anstrengend und total doof.
Ich verzog mich immer wieder mal ins Gartenhaus
um den versteckten Zickereien am Tisch zu entgegen.
"Schatz - ich mach das nicht mehr lange mit.
Wenn sich das nicht bessert jage ich die alle zum Teufel."
zischte ich nun über die leeren Salatschüsseln.
"Ach lass mal..."
meinte Schatz beschwichtigend
"ich mach noch ein leckeres Weinchen auf,
vielleicht wird's dann doch noch was?"
 
Irgendwie kam uns dann der Wetter Gott zu Hilfe.
Denn unterdessen hatte sich der blaue Himmel mit dunklen Wolken bedeckt
und in der Ferne hörte man es grollen.
Auch für diesen Fall hatten wir vorgesorgt.
Doch als es dann so richtig los ging,
mussten alle,
manche offensichtlich recht widerwillig,
 zusammen rücken.
Das gespannte Plastikdach war nämlich für die ganzen Personen,
doch etwas knapp bemessen, zumal der Wind von der Seite blies.
 
Und dann geschah etwas
und es lag nicht am feinen Wein.
Ne - ich glaube eher an dem Umstand,
dass nun plötzlich alle im selben Boot sassen
und Mo einen nassen Rücken und Franz ein beregnetes Bein bekam,
wenn man dann nicht mit den Anwesenden kooperiert.
Ausserdem Bruder und Frau auch ein wenig ihren Po rücken mussten
um als nicht sozial zu wirken.
hahahahaha!
Ich sage Dir...
Aus dem "gemotze" Die Plache ist zu klein,
der Bank zu schmal,
das Essen zieht die Wespen an
und dem sich,
 über die Berufe profilieren zu wollen...
wurde ein lustig, lockeres und unvergessliches Fest.
 
Die Kinder sassen während des Regens im kleinen Chalet
und schlugen sich die Bäuchlein mit Kuchen voll.
Sprangen anschliessend,
als das Donnerwetter vorbei,
nach draussen um in den Pfützen zu spielen.
und unser junger Hunde hatte jede Menge mit gucken zu tun.
 
Es wurde bis spät in die Nacht Witze erzählt, gelacht
und sich versprochen, sich Bald wieder zu treffen.
Zum Abschluss gab es dann noch ein kleines Feuerwerk.
 
Was für ein schöner 1. August...
der allen Beteiligten noch lange in guter Erinnerung blieb.
Einer der mir aufgezeigt hat...
Das man die Hoffnung nicht zu schnell aufgeben darf,
Ruhig mal was laufen lassen kann
und man sich verstehen kann, wenn man dann will
und sonst hilft das Schicksal
oder Petrus ganz sanft nach.
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