tolle Aufträge...

Was für ein Glück,
 das man bei Erzählungen aus der Vergangenheit,
so ganz einfach einen Zeitsprung machen kann.
Du erinnerst Dich an meine Kreativ- & Marktstand Erzählungen.
So nehme ich Dich bei der Hand -
wenn Du das denn willst
und führe dich in meine Vergangenheit.
 
Und HOPP!
Ein Sprung - Wir schreiben das Jahr 1997.
Frühjahr
 
Ich arbeitete nach wie vor 50% in einem Angestellten Verhältnis.
In der Freizeit füllten mich meine üblichen Pflichten als Hausfrau,
unser Hund, manchmal der Verein
und das Kreative Werken zur vollsten Zufriedenheit aus.
 
Wir hatten pro Jahr zwischen 4 - 6 Markttage,
die wir erfolgreich absolvierten.
Unterdessen haben wir ein Wanderlager Patent
 (von 1875 - hihihihi) beim Kanton beantragt
und nach einer Prüfung auch erhalten.
Mit diesem Amtlichen Schreiben,
 standen wir Rechtlich auf der sicheren Seite.
 
Ich war so glücklich mit dieser Art von Kreislauf,
welche dieses Hobby,
in dieser Form hervor brachte.
Ich werkte - verkaufte zu fairen Preisen
und das Geld floss in neue Kreativ Materialien
sowie Markt- & Ateliergebühren,
ganz selten auch ein Kursbesuch.
Manchmal lag auch ein gutes Nachtessen in einem schicken Lokal drin.
 
Meine fein säuberlich geführte Buchhaltung verriet,
 dass ich immer so viel verdiente,
dass es sich in der Waage hielt.
Ich hätte niemals davon leben, geschweige reich werden können.
Doch wollte ich auch nicht eine Produktionsmaschine werden.
Mich nur mit Materialien beschäftigen die mir lagen.
Neues ausprobieren
und hin wieder lehnte ich einen Auftrag auch ab.
Ich wollte frei und ungebunden sein.
So wie ich das immer,
in meinem ganzen Leben angestrebt hatte.
 
Es flatterten interessante Aufträge ins Haus.
So lernte ich Frau S. kennen.
Sie war mir schon oft aufgefallen,
wie sie mit ihrem Fahrrad in unserem Quartier unterwegs war.
Die kleine quirlige Frau brauste oft an mir vorbei.
Ihr Markenzeichen -
ganz kurze schwarze Haare,
immer Shirts, Jacken oder Pullover mit Mickey Mouse Motiv
und ihr Ruhrpott Dialekt.
 
Eines Tages stand sie an meinem Stand
und betrachtete meine Artikel.
Erfreute sich an den gestrickten Baumwoll Kinderpullovern,
 welche z.B. mit Elefanten,
 in abstehenden Tutu bestickt worden waren.
Oder den Shirts mit den Hundemotiven.
 
"Können sie mir auch sowas malen"
War ihre Frage
"Ja gerne.
Was stellen sie sich denn genau vor?"
So meine Frage
"Ach ich liebe Disney Figuren oder ähnliches,
Teddy Bären und meine Hunde."
gab sie mit einem fröhlichen Gesichtsausdruck an.
 
"Ja - das ist kein Problem,
Sie müssten mir nur entweder ein Shirt bringen,
oder mir ihre genau Grösse angeben.
Dann male ich ihnen darauf was ihr Herz begehrt."
 
In diesem Moment sah Frau S. einen Schirm,
 welchen ich für eine Kundin reserviert und beiseite gestellt hatte.
"Ach - Schirme bemalen sie auch...?"
Ich zeigte ihr das Katzenmotiv darauf.
"Ich kann fast alles bemalen"
 
"Ok!"
sagte sie mit einem nachdenklichen Gesicht
"Katzen habe ich auch noch 3"
erzählte sie.
"Wissen sie was...
ich komme morgen noch einmal"
Sagte und verabschiedete sich.
 
Am nächsten Tag stand Frau S. wieder an meinem Tisch.
"Ich möchte gerne, dass sie mit meine Scheiben von meiner Wohnung bemalen.
Ist das machbar?"
Und bevor ich antworten konnte,
sagte sie:
"Am Besten kommen sie bei mir vorbei und verschaffen sich einen Eindruck."
 
Lieber Leser, liebe Leserin,
Ich nehm dich nun wieder bei der Hand und mache
HOPP!
 
3 Wochen später -
stand ich bei Frau S im Wohnzimmer auf einer Leiter
und bemalte eine grosse Glasfront.
Ich erinnere mich wie heute an mein erstes Motiv an diesem riesigen Fenster.
Bambi auf einer Wiese,
im Hintergrund Wald,
  Klopfer den Hasen.
Sonne - Blumen und Schmetterlinge
von diesen hatte sie sich viele gewünscht durften nicht fehlen.
Es herrschte eine besondere Stimmung.
Ein bisschen so,
wie wenn man als Kind auf das Christkind gewartet hat.
Frau S. brachte mir Kekse, Tee
und kam und verschwand wieder
und kam und verschwand wieder.
 
Bis das Werk fertig war.
Sie war so glücklich darüber,
dass ihr ein Träne über die runden Wangen lief.
Ich war ergriffen.
 
Ich erhielt sofort eine "Festanstellung"
Frau S. hat ab da darauf bestanden,
 mir die Farben
plus einen wirklich guten Stundenlohn zu bezahlen.
 
Ich glaube es waren fast 2 Jahre
wo ich alle 2 Monate zu ihr geladen wurde
um wieder alles bunt zu machen.
Was für ein toller Auftrag.
Ich ging wirklich gerne hin.
Sogar als wir eine Art Freundschaft hatten,
bestand sie darauf mich weiterhin zu entlöhnen.
"Du glaubst nicht,
 wie viel Freude du mir mit den bunten Fenstern machst
und was für ein Spass das ist,
wenn den Nachbarn über meine Art der Fenster Gestaltung
wieder der Kinnladen runterfällt."
Gestand sie lachend.
 
Ich weiss nicht warum...
doch habe ich Dummerweise nie ein Foto davon gemacht.
Es war halt damals echt noch nicht so wie heute,
wo man soviel knippst.
Schade...
 
Die Marktgeschichte war die eine...
Die Spezial Aufträge eine andere...
und dann war da noch der Hundeverein...
Dort war mein Talent plötzlich auch mehr denn je gefragt.
Ich entwarf ein neues Logo,
dass in Autoaufklebern, Buttons, auf Shirts
und Jacken erschien.
kreierte nebst Texten für die Vereinszeitschrift
auch ein Cover
und bemalte auch dort Shirts, Hosen, Jacken, Schirme, Mützen
und Taschen.
und und und...
eines Tages sprach mit jemand an,
ob ich ihr nicht für die Hochzeit ihrer Tochter
eine Art Bilderabfolge malen könnte
und einen Text dazu entwerfen.
 
Wie immer hatte sich auch herum gesprochen,
dass ich für Geburtstage Karten mit hübschen Motiven und Texten,
Gedichte oder witzige Slogans entwarf.
Was soll ich sagen...
Mein Auftrag wurde in 6 Wochen an besagter Hochzeit vorgetragen.
In Liedform besangen die Brauteltern,
mit meinem Text und mit 12 Bildern das Leben der Braut.
Ich kann Dir sagen,
dass war eine der schwersten Arbeiten die ich bis dahin machen durfte.
Aber so schöööön!
Denn zum Dank liessen die Auftraggeber das Ganze filmen
und zeigten mir die Aufnahme bei einem späteren Treffen. 
Als ich darauf die glücklichen Gesichter sah,
wurde es mir ganz warm ums Herz.
Und ich war auch ein bisschen stolz.
 
 

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