Puzzle

Heute ist der Tag des Puzzles, erzählte der Sprecher aus dem Radio. Weiter erklärte er: «Eines der grössten Puzzles ist das Magische Bücherregal mit 18`000 Teilen. Gemalt von Colin Thomson.» Dann stellte er die Arbeit des Meisters vor und damit ein Funke zum heutigen Blogeintrag.

Ich liebe es zu puzzeln oder auf Deutsch – mir mit Zusammensetzspielen die Zeit zu vertreiben. Wenn ich früher diese in den bekannten Schachteln gekauft habe, so sitze ich heute oft abends, mit meinem Tablett vor mir und vergnüge mich mit den Bildern in Einzelstücken, welche dann nach und nach zu einem Ganzen heranwachsen.
Es gab früher auch kaum einen Urlaub ohne Puzzle im Gepäck. So hat uns ein 1000 Teile Bild die wahnsinnig heissen Tage, in einer relativ kühlen, abgedunkelten Küche in der Toskana gerettet. In Italien war es so heiss, dass wir erst abends / nachts vor das Haus konnten. Selbst dann, die Nächte so schwül waren, dass es für mich einem Albtraum gleichkam. Es war das erste Mal in meinem Leben das ich überglücklich war als wir wieder nach Hause fuhren. Viele Jahre später kam ebenfalls ein 1000 Teiler in der stürmischen Bretagne zum Einsatz. Dort zog ein gewaltiges Tief eine Woche sein Unwesen. Spannend, zum Teil beängstigend und aber auch lustig. Z.B. wenn die Gartenmöbel am Fenster vorbeiziehen, als würden sie sagen: «und Tschüss – wir sind dann mal weg, uns reicht`s» oder die Hunde gehalten werden mussten, weil sie sonst umgefallen wären. Als wir viele Jahre später eine Woche Starkregen mit Überschwemmungen im Tal im Tessin kassierten, hatte ich schon das handliche Tablett im Gepäck. Auch dort froh gewesen, überhaupt sowas dabei gehabt zu haben. Denn ob Hitze, Sturm oder Wassermassen, eine Woche kann mit diesen Gesellen ganz schön lang sein.
Doch sagen kann ich, trotz der Modernisierung, steht heute in meinem Büro immer noch die grosse Kartonrolle, in der eine grüne Filzmatte ihr Zuhause hat und vielleicht insgeheim wieder mal auf einige Puzzleteile wartet. Diese verweilen in ihren regelmässig abgestaubten Schachteln ganz unten im Bücheregal. Kurzzeitig wollte ich diese Freizeitbeschäftigung abgeben / verschenken, doch dann habe ich es mir anders überlegt. Vielleicht sollte ich sie tatsächlich wieder mal hervorholen? Damit in einer Art Revival den Esstisch über Tage belegen und nach dem Schatz den traditionellen Spruch: «man hat ja nirgends mehr Platz» ausgesprochen hat, schmunzeln…. weil er ebenfalls wie immer, sich Puzzleteile schnappt und nach dem passenden Anschluss sucht. Vorsicht! Puzzeln ist eine höchstansteckende Krankheit und packt dich schneller als du denkst.
Toskana - als wir soooo auf Regen hofften.

 
Tessin - der Beginn einer Woche Starkregen





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