Schaumwölkchen

Lecker! Dachte ich, als ich das Rezept und die dazugehörenden Bilder im Netz gesehen hatte. Warum sollte ich das nicht ausprobieren, wenn meine Gäste zum Mittagessen kommen? Und genau da liegt der Hund begraben. Ich bin ein Widerholungstäter, denn immer wieder mache ich das selbe… Ich bin überzeugt, jeder andere würde etwas auftischen, dass er schon X mal zubereitet hat oder wenigsten ein Probekochen in Anspruch nehmen. Doch ich stelle meist ein Menu zusammen, bei dem mindestens ein, wenn nicht alle 3 Gänge Neu für mich sind. Vielleicht ist das meine besondere Adrenalin Dosis, die ich mir in der Küche hole. So nach dem Motto – Manche brauchen einen spannenden Krimi, ich das Kochen von unbekannten Rezepten für Geladene.
Das Risiko, dass etwas schief geht ist ja sowieso in der Küche gegeben, doch steigere ich die Möglichkeit dazu um einige Prozent. So auch als ich dieses leckeren Champagner Wölkchen sah. Ach was soll`s, wird schon klappen, dachte ich in meiner positiven Kochgrundhaltung. So machte ich mich am Vortag ans Werk. Denn schliesslich will Frau vorbereitet sein, da die Vorspeise (eine Marronicremesuppe), der Hauptgang (Knödel mit Gemüserindfleischeintopf) und das Dessert (eine Jogurt-/ Zitronencreme) schon genügend Zeit in Anspruch nahmen.

So machte ich mich ans Werk des im Rezept versprochenen krossen Gebäcks - Alle Zutaten verrührt. Probiert! Mit Plastiktüte, weil Spritzsack nicht vorhanden wunderschöne Schaumkleckse gemacht. Nochmalig probiert und dann ab in den Ofen. Ok! Soweit so gut! Nach der angegebenen Zeit raus und nach einer kurzen Abkühlungszeit, genascht. Hahahaha! Waren die lecker. Der Eischnee mit Zucker und Champagner so luftig und knackig. In Gedanken freute ich mich natürlich auf die Gäste, doch genauso auf einen Tee oder Kaffee mit diesen Schaumwölkchen. Ich überlegte mir, was wohl der Beste Aufbewahrungsort sein könnte. Entschied mich dann die Dingerchen auf dem Blech zu belassen, da sie in einer Dose vielleicht ihre Fluffigkeit verlieren könnten.
Am nächsten Tag ging ich in die Küche und damit meiner Lieblingsbeschäftigung nach – ich probierte erneut. Doch was war das? Die Luftigkeit hatte merklich nachgelassen, sie klebten ein wenig. Aber schmecken tun sie trotzdem. Hahahaha! Ok! So kann ich sie allemal noch servieren. Davon war ich überzeugt. Mit diesem Gedanken machte ich mich daran Gemüse zu schnippeln – Kartoffeln zu schälen um dann daraus Knödel zu machen. Vergessen waren die Schaumdingerchen auf dem Blech. So auch die Feuchtigkeit in der Küche. Oh Gott! Was für ein Anfängerfehler.            «In einer Stunde sind sie da.» rief ich Schatz im Wohnzimmer zu, dabei nahm ich eine Gabel aus der Schublade um die Wölkchenböden in die geschmolzene Schokolade zu tauchen. Hei! Was ist denn das? Das erste Schäumchen klebte an der Gabel fest und liess sich nicht mehr loslösen. Mit dem Finger? Ne! Auch der klebte am Dingerchen fest. Dabei geriet es an ein weiteres Wölkchen, dort fixierte es sich ebenfalls. Hahahahaha – heute muss ich darüber lachen. Es war wie eine verflixte Kettenreaktion. «Schaaaa aaaaatz! Hilfeeeeee!» schrie ich aus der Küche. Dieser kam in der Annahme es sei etwas Schlimmes passiert. «Schau! Sie kleben aneinander und die Gabel bekomme ich auch nicht mehr weg.» Ok! Die Gabelanzahl in der Schublade ist wieder vollständig, doch auch Schatz konnte trotz grösster Sorgfalt nichts retten. Wir probierten (auch er liebt das – hahahaha) und beschlossen spontan zu entscheiden was damit später zu tun sei.
Die Gäste fuhren vor – Unterdessen hatte ich das Gefühl die Knödel (hatte ich vorher noch nie gemacht) seien zu hart und das Gemüse zu knackig. Die Suppe zu versalzen. Leute – ich schwöre ich bin keine dieser Komplimenten Jäger. Ich schwöre auch, dass ich in dem Moment glaubte mein Menu sei der totale Reinfall. Doch vielleicht lag es auch einfach daran, dass ER Koch, SIE Bäcker- / Konditorin- / Konfiseurin sind. *Hahahahaha*. Sie strahlten über`s ganze Gesicht als sie die Töpfe auf dem Herd sahen. Wischten meine Aussagen über das Menu mit einem Lachen und der Aussage: «Bei Dir haben wir immer gut gegessen, so wird es auch heute sein.» kurzum vom Tisch. Und als ich dann beim Essen in Zufriedene Gesichter sah, obwohl die Knödel doch etwas…. Na lassen wir das, war auch ich wieder mit mir und dem Menu versöhnt.
«Ach! Wenn nun die Stimmung grad so gut ist, dann kommt jetzt zum Abschluss mein Meisterstück.» Ich stand bei diesen Worten auf, holte das Blech und legte es kurzum auf den Tisch, zwischen uns. «Ooooohhhh! Super!» Sagte die Bäckerin mit Zusatzausbildungen und der Koch griff zum ersten Schäumchen. Das machte was es schon zuvor am Besten konnte, nämlich kleben. *Hohohohoho* Ich erzählte die ganze Geschichte. Die Bäckerin meinte: «Mhhhh! Klar sie kleben ein bisschen – bekamen wohl zu viel Feuchtigkeit ab, doch schmecken tun sie wie ganz leckere Marshmallows und erst der feine Champagner Geschmack im Abgang – das hast Du Klasse gemacht. Wie lieb ich sie habe die Bäckerin – das wurde mir einmal mehr bewusst. «Wenn ich wieder mal für ein paar Tage bei Dir wohne, machen wir diese mal zusammen. Ich gebe gerne ein paar Tipps an dich ab.» Wir lachten alle und griffen erneut zum Blech. Doch Marshmallows war aktuell das Zauberwort und der Türöffner zur Erlebnis Gastronomie an diesem Tag, an diesem Tisch. Schatz holte sein Sturmfeuerzeug und begann ein Schaumwölkchen auf dem Blech mit der Flamme zu bräunen. «Wow! Super Idee!» Rief jemand aus der Runde. «Ich wusste ja, wenn wir zu Dir kommen wird es wieder speziell.» sagte der Koch (ich nehme das mal als Kompliment) Auf jeden Fall – was soll ich sagen, es war das Highlight des Tages und wir hätten noch mehr Schäumchen in dieser Form verdrücken können…. Das wäre ja auch möglich gewesen – hätte ich nicht schon im Vorfeld so viele Wölkchen in meinen Mund fliegen lassen. *hahahahaha*
hier siehst du sogar eines, dass etwas Schoko abbekommen hat.
gröhl! Sozusagen der King unter den Schäumchen. hahahaha
Doch liebe Leserin, lieber Leser – ist es nicht so, dass manchmal das unperfekte viel mehr Spass bringt, als wenn sich alles akkurat präsentiert. Doch Hand aufs Herz – ich glaube, das war in dieser Form trotzdem Einmalig und es wird keine Wiederholung mehr von den Pattex Schäumchen mehr geben. Was nicht heisst, dass ich das Rezept nicht nochmals versuche.
 
 

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